Senioren: Fahrt nach Weißenstadt/Fichtelgebirge - 13.09.2017

Die September-Fahrt der Senioren führte mit 48 Personen im Bus und in Begleitung von Pater Mejo Jose nach Weißenstadt im Fichtelgebirge. Xaver Spies, der den Ausflug organisiert hatte, ließ als erstes Ziel die Firma Pema, bekannt für die Herstellung von Vollkornbrot, ansteuern. Hier wurde die Reisegruppe von Julia Schrader, der amtierenden »Roggenkönigin« begrüßt. 1950 begann die Produktion des Roggen-Vollkornbrotes, heute verfügt die Firma Pema, die von der Familie Leupoldt geführt wird, über ca. 100 Mitarbeiter und es wird viel Wert auf die Qualität des zu verabeitenden Roggens gelegt, so Frau Schrader. Erzeugergemeinschaften aus der Region liefern das Getreide, das auf den spärlichen Böden des Fichtelgebirges gut gedeiht. Roggen enthält wenig Gluten und 13-14 Gramm Balaststoffe je 100 Gramm. Mit reinem Natursauerteig werden die verschiedensten Sorten von Vollkornbrot sowie Pumpernickel hergestellt. Die Senioren durften während der Führung davon probieren. Anschließend konnte man sich bei einem Rundgang durch das »ROGG IN«, das Informationszentrum für Roggenkultur der Firma Pema, Zeit nehmen und anhand von Schautafeln, Proben verschiedener Getriedesorten und Filmen einen Einblick in die Herstellung des Vollkornbrotes gewinnen. Im neugestalteten Cafe mit Verkaufsraum ließen sich die Senioren Kaffee und Spezialitäten der Firma Pema sowie verschiedene Sorten Lebkuchen schmecken.

Trotz des teilweise stürmischen Wetters, machte sich ein Großteil der Seniorengruppe nach der Besichtigung der Firma Pema mit der Stadtführerin Kerstin Hirschmann auf den Weg zum Stadtrundgang durch das 1299 als Weißenkirchen gegründete Weißenstadt. Heute ist die kleine Stadt mit ihren ca. 3000 Einwohnern durch ihre Lage am Weißenstädter See, dem größten See des Fichtelgebirges, Kurort, Wanderort, Genussort und Wintersportort. Durch verwinkelte Gassen, über steile Treppen und entlang der alten Stadtmauer erreichte man das Rathaus am Marktplatz mit seinen bunten Stadtwappen im Eingangsbereich. Im Mittelalter prägten Zinnbergbau und Waldbienenzucht den Ort , erzählte die Gästeführerin, später gab es viele Handwerker und über 30 Nagelschmieden. Als Besonderheit gilt die Weißenstädter Kellerwelt, als Vorratskeller zum Lagern landwirtchaftlicher Produkte, wurden sie tief unter die Altstadt gegraben. Mit Taschenlampen ausgestattet führte Frau Hirschmann die Senioren vom Rathaus aus hinunter in die »Weißenstädter Unterwelt«. Zwischen 1400- 1850 wurde direkt unter der Stadt auch Bergkristall abgebaut und jeder staunte über den begehbaren Kristallstollen mit seinem hohen Radon-Gehalt in der Luft. In den Granitgängen in Weißenstadt ist ein hohes Vorkommen des radioaktiven Edelgases. Es kommt in Böden, Gesteinen, Gewässern und in der Luft vor, berichtete die versierte Führerin. In Weißenstadt hat das Radon, richtig dosiert, eine medizinische Heilwirkung. Nach dem Ausflug in die außergewöhnliche Kellerwelt gab es zur Stärkung für jeden Besucher ein Stamperl Fichtelgebirgsschnaps aus der heimischen Destille. Nicht mehr weit war der Weg zur evangelischen Stadtpfarrkirche St. Jakobus. Eine Marienkapelle mit weißen Marmorsäulen wurde im 12./13. Jahrhundert an der Stelle errichtet, wo heute der schöne Kanzelaltar mit dem goldenen Bergkristallkreuz steht. Frau Hirschmann wusste zu berichten, dass in der hellen, mit einer zweigeschossigen Empore ausgestatteten Kirche, 1529 die Reformation durchgeführt wurde und 1823 nach dem großen Stadtbrand die Kirche wieder aufgebaut wurde. Nach fast 2 Stunden endete die erlebnisreiche Stadtführung mit Kerstin Hirschmann. Sie brachte die Seniorengruppe zur abschließenden gemütlichen Einkehr in die Gaststätte »Historisches Kellerhaus« am Weißenstädter See.







#

Text + Bilder: Gaby Narozny
15. September 2017