Frauenbund: historische Stadtführung - 19.04.2016

Mit Gästeführerin Ricarda Erl waren 25 Frauen des Kath. Frauenbundes St. Konrad zu einer interessanten Stadtführung in der Altstadt von Weiden unterwegs. Am Treffpunkt Neues Rathaus informierte Frau Erl u.a. über den Bau des Neuen Rathauses im Jahr 1980, die Städtepartnerschaften und Patenschaften und die Geschichte der Stadt. Weiter ging es zum Storchenbrunnen im Park an der Kurt-Schumacher-Allee. An seinem früheren Platz am Oberen Markt, zierte ein Storch die Spitze des Brunnens, in späteren Jahren wurde der Brunnen in den Park verlegt und eine Kugel gegen das, in Weiden beliebte Tier eingetauscht. Über den Stadtbach führte der Weg in die Pfannenstielgasse. Hier, vor der 1347 gebauten Stadtmauer, konnte man erahnen, dass die Mauer, die früher die ganze Stadt umschloss, Feinde von außen gut abwehrte. In der Gerbergasse sahen die Frauen aber auch, dass die alte Stadtmauer an verschiedenen Stellen mit Ziegeln und anderen Materialien ausgebessert werden musste, um sie vor dem Verfall zu schützen.

Durch verwinkelte Gassen und blumengeschmückte Hinterhöfe gelangten die Frauenbundfrauen zum Oberen Markt. Ein schöner Blick bot sich der Gruppe auf das Alte Rathaus mit dem bekannten Wappen, das die Gründung der Stadt im Jahre 1241 mit König Konrad IV darstellt. „Man geht davon aus“, so Ricarda Erl, dass Weiden aber wesentlich älter ist. Durch seine Lage an der Goldenen Straße, die von Nürnberg nach Prag führte, und der Magdeburger Straße, war Weiden vom 14. bis ins 16. Jahrhundert ein bekannter Handels- und Umschlagplatz und eine reiche Stadt.
Bis auf 7 Häuser wurde Weiden 1536 durch einen Brand zerstört, mehrere Brände wüteten noch in den Jahren danach.

Frau Erl erklärte beim Spaziergang zum Unteren Markt den interessierten Frauen auch einige Schattenseiten in Weidens Geschichte. Während des 30jährigen Krieges wurde Weiden von den Schweden eingenommen, viele Bewohner fielen der Pest zum Opfer und die Stadt verarmte. Düstere Geschichten wusste die versierte Stadtführerin über den Pranger am Alten Rathaus zu berichten, der noch bis 1805 benutzt wurde. Im Jahre 1863 jedoch begann der Aufstieg und die Industriealisierung Weidens durch den Anschluss an die Eisenbahn. Glas und Porzellanindustrie (Seltmann, Bauscher, DETAG) und die Firma Witt siedelten sich an und die Einwohnerzahl wuchs.

Vor den schönen Renaissance-Fassaden der Häuser am Unteren Markt besichtigte die Gruppe zum Schluss der informativen Führung den nach Bildhauer Günter Mauermann benannten Brunnen, der 1985-86 aus Bronze und Granit errichtet wurde. Auf die angeblich am Brunnen versteckte Bierleitung stießen die Frauen vom Hammerweg nicht, staunten aber über die vielen dargestellten Figuren, die einen Einblick in die Stadtgeschichte und das Oberpfälzer Brauchtum geben.

Dem gelungenen Ausflug folgte eine gemütliche Einkehr in einer Gaststätte am Unteren Markt. Um auch weitere interessante Sehenswürdigkeiten in der Heimatstadt näher kennenzulernen, wird der Kath. Frauenbund St. Konrad wieder einmal eine Stadtführung in sein Programm aufnehmen.



Text + Bilder: Gaby Narozny (Schriftführerin)
29. April 2016