Frauenbund: Besuch des Porzellanikon in Selb - 19.07.2016

Die Welt des Porzellans entdeckten die Mitglieder des Kath. Frauenbundes St. Konrad bei einem Ausflug, unter Leitung von Agnes Hartwig, in das größte Porzellanmuseum Europas, dem Porzellanikon in Selb.
Im neugestalteten Cafe/Restaurant im „Alten Brennhaus“ freuten sich die Frauen auf Kaffee und Kuchen, danach startete die fast 2-stündige Führung in historischen Fabrikgebäuden auf dem Gelände der 1969 stillgelegten Porzellanfabrik Rosenthal.
Viel Interessantes gab es für die Besucherinnen zu sehen:
die Vorführung der Dampfmaschine aus dem Jahr 1925, welche die ganze Fabrik mit Strom belieferte, um Porzellanmasse zu produzieren.
Frau Roth, die Museumsführerin erklärte die Zusammensetzung der Porzellanmasse aus 50% Kaolin, 25 % Quarz und 25 % Feldspat. Die Masse wurde in der Filterpresse gepresst, daraus entstand der sogenannte „ Kuchen“.
In der Abteilung „Drehen“ bekamen die Frauen einen Einblick, wie man vor 100 Jahren einen Teller in Form drehte.
In 10 Stunden produzierten damals die Porzellandreher 800 Formen, die nach zweimaligem Brennen bei 900 Grad und 1400 Grad und der Glasur schließlich fertig waren.
Ein Museumsangestellter demonstrierte, wie eine Zuckerdose entsteht: Porzellanmasse wird in eine Form gegossen und bereits nach 5 Minuten Trockenzeit ist ein Rohling entstanden. Diese Rohlinge wurden in Rundöfen gebrannt, von denen heute noch 6 zu besichtigen sind. 18 Tonnen Braunkohle wurden benötigt, um für einen Brand über 36 Stunden das Feuer bei 1400 Grad zu halten. Auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ehemaligen „Porzelliner“ kamen bei der Führung zur Sprache. Die aktuelle Ausstellung „Rosenthal-ein Mythos, zwei Männer schreiben Geschichte“, informierte über das 125jährige Bestehen des Unternehmens Rosenthal, über den Firmengründer Philipp Rosenthal sen. und über Philipp Rosenthal jun., er hätte dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiern können. Beeindruckende Exponate des Selber Porzellankünstlers Helmut Drexler bestaunten zum Ende der Führung die Frauenbundfrauen in der Ausstellung „Weiße Oase“. Mit Lichteffekten gekonnt in Szene gesetzt, waren verschiedene Gefäße, Porzellanbilder und aufwendig dekorierte Stücke aus feinem Porzellan.
Nach diesem interessanten Ausflug in die Geschichte des Rosenthal-Porzellans waren sich die Mitglieder des Frauenbundes St. Konrad einig, auch einmal das Porzellanmuseum in Hohenberg/Eger zu besuchen.

Zum Abschluss der Halbtagesfahrt führte der Weg nach Röthenbach am Steinwald in die Zoiglwirtschaft „Zum Rechersiemer“. Dort ließen sich die Frauen gute Brotzeiten und ein kühles Zoiglbier schmecken.



Text und Bilder: Gaby Narozny (Schriftführerin)
2. August 2016