Senioren: Ausflug nach Wondreb + Tirschenreuth - 12.10.2016

Die letzte der 5 Halbtagesfahrten in diesem Jahr führte die Senioren der Pfarrei, in Begleitung von Pfarrvikar Mejo Jose und Gemeindereferent Andreas Scheidler, nach Wondreb und Tirschenreuth. Wondreb war Sommersitz der Äbte von Waldsassen und auch Sitz des Gerichtes und ist bekannt für seine Friedhofskapelle, auch Totentanzkapelle genannt. Während der ca. 40 minütigen Führung erklärte Frau Scharnagel die Totentanz-Darstellungen auf 28 Schautafeln an der Decke der Kapelle, deren Entstehungszeit nicht genau bekannt ist. Er wird vermutet, dass der Laienbruder, Frater Cornelius von Bosche, aus dem Kloster Waldsassen, die Gemälde mit lateinischem Bibeltext in freier deutscher Übersetzung, nicht vor dem Jahre 1710 angefertigt hat. Die Zeichnungen stellen u.a. den Tod dar, der einen Bauern bei der Arbeit vom Feld heimholt, oder den Tod mit einer Uhr gemalt, was verdeutlichen soll, dass es nicht mehr lange dauert, bis für jemand die Stunde des Todes schlägt.
In der gegenüberliegenden, schmuckvoll ausgestatteten Pfarrkirche feierten die Senioren anschließend mit Gemeindereferent Scheidler und Pfarrvikar Mejo Jose eine kurze Andacht mit Gedenken an alle Verstorbenen.
Weiter ging die Fahrt im Bus durch das herbstliche Stiftland zum Restaurant „Seenario“ im Fischhofpark in Tirschenreuth. Hier kehrte die Reisegruppe ein und stärkte sich mit Kaffee und Kuchen.
Als letzte Station stand der Besuch des Museumsquartiers in Tirschenreuth auf dem Programm. Die Gästeführer Frau Stahl und Herr Sporrer begrüßten die Ausflügler und in zwei Gruppen aufgeteilt, informierten sie in den Abteilungen Krippenkunst und Stadtgeschichte die Besucher. Lange Tradition hatte in der Weihnachtszeit in Tirschenreuth das Bauen und Betrachten der teilweise sehr aufwendig gestalteten Krippen in den Häusern der Bürger um das Jahr 1850. Einige der schönsten Krippen konnte man im Museum bewundern, eine Papierkrippe aus dem Jahr 1828, eine orientalische Krippe und die Krippe der Familie Hörmann mit ihren zahlreichen Figuren. In der Abteilung Stadtgeschichte mit einem Modell der Stadt Tirschenreuth aus früheren Zeiten, erfuhr man viel Interessantes und Kurioses aus der, im 14./15. Jahrhundert stark befestigten Stadt, die damals wie eine Insel zwischen dem „Oberen“ und dem „Unteren Teich“ lag. Unter der Herrschaft des Klosters Waldsassen wurde Tirschenreuth zum Mittelpunkt des Stiftlandes und eine Stadt mit reichen „Ackerbürgern“. 1814 nach dem großen Stadtbrand regierten Elend und Hungersnot bis zur Industrialisierung im Jahre 1830. Herr Sporrer verwies zum Ende der Führung auf zwei bekannte alteingesessene Tirschenreuther Firmen: die Tuchfabrik Mehler, ein Familienbetrieb, der 1644 gegründet wurde und die weltweit bekannte Firma Hamm, ein Walzenhersteller, der 1878 aus einer kleinen Schlosserei der Gebrüder Hamm entstand.
Nach den vielen Eindrücken des kurzweiligen Nachmittages rundete eine Einkehr im Hotel Igel mit schmackhaften und reichlichen Brotzeiten die schöne Kirchweihfahrt ab.




Text + Bilder: Gaby Narozny
28. Oktober 2016