Frauenbund: Kirchweihfahrt nach Schwabach - 17.10.2016

Die Kirchweihfahrt des Kath. Frauenbundes St. Konrad führte nach Schwabach und zum Kürbishof nach Kammerstein. Schwabach, auch die „Goldschläger-Stadt“ genannt, besichtigte die Reisegruppe bei einem zweistündigen, interessanten Stadtrundgang, beginnend am Marktplatz mit dem schmucken Rathaus und seinem goldenen Dach. Das frühere Jüdische Viertel, das Fischerviertel und das ehemalige Hugenotten-Viertel zeugten von der vielfältigen Geschichte der Stadt, am Fluss Schwabach gelegen. Die Hugenotten, so erzählte der Stadtführer, wurden im 17. Jahrhundert vom Markgrafen von Ansbach in Frankreich angeworben und sie brachten viel Arbeit in die Stadt. Die evangelisch-reformierte Franzosenkirche, in der heute noch Gottesdienste in französischer Sprache abgehalten werden, ist ein Zeugnis aus dieser Zeit.
Das Handwerk der Goldschläger, die einst aus Nürnberg nach Schwabach kamen, machte den Ort berühmt. In einer Schauwerkstatt im Goldschläger-Viertel, in dem früher 120 Goldschläger-Betriebe existierten, verfolgten die Besucherinnen wie damals Blattgold auf Leder geschlagen wurde. Das Blattgold, das heute noch in zwei Betrieben hergestellt wird, findet Abnehmer in aller Welt. Am Ende der Stadtführung besichtigte man die Stadtpfarrkirche St. Johannes/St. Martin, die 1410-1510 im gotischen Stil errichtet wurde. Besonders sehenswert war hier der über 15 Meter hohe 6-flügelige Hochaltar. Man vermutet, dass die Altarfiguren vom berühmten Nürnberger Bildhauer Veit Stoß geschnitzt wurden.
Passend zur Jahreszeit wurde von der Organisatorin der Fahrt, Agnes Hartwig, der Kürbishof in Kammerstein bei Schwabach als Ziel zur Einkehr ausgesucht. Martin Schnell, der mit seiner Familie den 85 Hektar großen Hof mit verschiedenen Kürbissorten bewirtschaftet, zeigte den interessierten Frauenbundfrauen seinen Betrieb, berichtete von der Aussaat Ende April/Anfang Mai aufs Feld und der Ernte Ende September/Anfang Oktober. 5-6 Hektar werden in der Saison täglich abgeerntet, ein Teil direkt am Hof verkauft und aus dem Großteil der Kürbisernte werden die Kerne in der hauseigenen Mühle gemahlen. Es entstehen pro Stunde 24 Liter Kürbiskernöl, das sogenannte „Schwarze Gold“, das hauptsächlich zu Salaten, zum verfeinern von Gemüse, Suppen und für Pesto verwendet werden kann. Viele der Frauen nutzten die Gelegenheit zum Einkauf von verschiedenen Kürbisspezialitäten und anderen regionalen Produkten im Hofladen der Familie Schnell. Im großen, hellen Gastraum bedienten sich die Gäste zum Abschluss des Tages am aufgebauten Buffet mit schmackhafter Kürbissuppe, Auflauf, Strudel und Kürbisschnitzel. Danach ging es mit dem Bus wieder zurück die Oberpfalz.





Text + Bilder: Gaby Narozny
28. Oktober 2016