KAB: 'Essen im Eimer' Vortrag Barbara Knecht - 06.05.2014

Fast 11 Millionen Tonnen Lebensmittel wurden im Jahr 2012 in Deutschland insgesamt weggeworfen!
Circa 6,7 Millionen Tonnen davon warfen die ganz normalen Bürger in ihre privaten Mülltonnen!
Durchschnittlich wirft jeder Deutsche 82 kg Lebensmittel pro Jahr weg, was einem Wert von ca. 240 Euro entspricht oder ca. 19 Milliarden Euro – in Summe.
Bei Großverbrauchern, Industrie und Handel werden jährlich ca. 4,3 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt.
Deutschland befindet sich mit diesen Werten in den Top 5 der europäischen „Lebensmittelwegwerfer“.
In Afrika werden pro Person durchschnittlich hingegen nur 6 kg Lebensmittel pro Jahr entsorgt …

Am Dienstag, 06.05.2014, referierte Diplompädagogin Barbara Knecht zu dem brisanten Thema „Essen im Eimer“ bei der KAB Sankt Konrad.
Vorsitzender Herbert Ditz eröffnete die an den Vortrag anschließende Diskussionsrunde mit dem Hinweis auf die zwei größten Missstände:
Zum einen, die immer weiter steigende Menge an entsorgten Lebensmitteln in den privaten Haushalten, die jeder durch sein persönliches Verhalten entscheidend beeinflussen kann.
Zum anderen, dass zwischenzeitlich circa 50 Prozent aller weltweit produzierten Lebensmittel erst gar nicht mehr in den Handel gelangen, weil sie den stark angehobenen Ansprüchen der Lebensmittelindustrie nicht mehr genügen. Diese Lebensmittel verderben auf den Feldern oder in den Plantagen, weil die Produkte „zu groß, „zu klein“, „zu krumm“ oder nur „von falschen Farbton“ sind.
Mit der Menge der „brauchbaren“ und dieser „falschen“ Lebensmittel könnte man alle Menschen weltweit ausreichend ernähren!

Weiter erfuhren die gespannten Zuhörer, dass die Lebensmittelindustrie mit einer zunehmenden Verkürzung, der von der Lebensmittelindustrie selbst definierten Mindesthaltbarkeitsdauerangabe zusätzlichen Umsatz generieren will und auch realisiert. Ein Umstand der eigentlich das Eingreifen des Gesetzgebers als sinnvoll erscheinen lässt.
Das Credo der Lebensmittelindustrie lautet: „In den 60er Jahren mussten wir Hungrige satt machen, heute müssen wir Satte hungrig machen.“

Frau Knecht gab auch einfache Tipps, mit denen diese Abfalllawine gebremst werden kann: – Großpackungen meiden – kleinere angepasste Mengen frisch einkaufen – zubereitete Speisen richtig lagern und schonend wieder aufwärmen – viele Nahrungsmittel sind nach Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatum MHD noch einen längeren Zeitraum durchweg genießbar

Die Veranstaltung klang in gemütlicher Runde mit der Feier des 75. Geburtstages eines KAB Mitgliedes aus.

Text: Michael Träger (stv. VoSi KAB St. Konrad) —— Bilder: Bernhard Gröbner
19. Mai 2014