KAB: 'Aberglaube - Echter Glaube?' Vortrag BGR Anton Witt - 03.06.2014

»Was denken Sie? Gibt es heute mehr abergläubische Menschen oder früher?«

Mit dieser Frage eröffnete der Referent den Vortrag. Ganz anders als die meisten Zuhörer vermuteten, steige die Zahl der Menschen, die sich auf übersinnliche Mächte verlassen, stetig. »Aberglaube bedeutet, Dingen und Begebenheiten, aber auch Orten Kräfte zuzuschreiben, die sie von Natur aus nicht haben«, erläuterte Pfarrer Witt und ging näher auf die verschiedenen Formen ein. Die gebräuchlichsten seien Horoskope, Hellseherei, Kettenbriefe und Magie.
Pfarrer Witt wundere sich immer wieder darüber, warum besonders intelligente Menschen dazu neigen, sich auf übersinnliche Kräfte zu verlassen. Die Wurzeln lägen in der Sehnsucht nach Mystik und Ekstase, in einer alten Teufelsangst oder in dem Bestreben, über die Zukunft Bescheid zu wissen.
Davon abzugrenzen seien die sogenannten parapsychologischen Erscheinungen, die es zwar durchaus gäbe, die aber eher nach dem Zufallsprinzip funktionierten und zudem viele Gefahren mit sich brächten.
Der Seelsorger warnte davor, religiöse Riten und Symbole als »magische Zeichen« zu missbrauchen. »Auch eine Kirche kann nur Kraftort sein in Verbundenheit mit Glauben.«
Zu wenig Vertrauen in Gott sei oft die Ursache für den »Wunderglauben« betonte der Geistliche. Da jeder eine gewisse religiöse Anlage habe, würden viele, die Christus misstrauen, versuchen, ihre Zukunft durch Zauberformeln oder Beschwörungen zu beeinflussen. »Wo der Glaube zur Haustüre hinausgeht, kommt der Aberglaube durch das Fenster herein.«
Zum echten Glauben zu finden oder zurückzufinden sei schwieriger und erfordere persönliches Engagement und Anstrengung. Sich Glaubensinformationen zu suchen, beispielsweise in Büchern, Exerzitien oder Vorträgen, könne dabei hilfreich sein. Ebenso wichtig sei es, religiöse Gespräche mit überzeugten Christen, dem Pfarrer oder in Bibelkreisen zu führen. Durch die Mitfeier des Gottesdienstes, durch den Empfang der Sakramente und durch Gebete und Meditation könne der Glaube vertieft werden. Im Anschluss an den Vortrag ging der Referent noch auf die Fragen der Zuhörer ein.

KAB Vorsitzender Herbert Ditz bedankte sich bei Pfarrer Witt für die tiefen Einblicke in das Thema Aberglaube.



Text und Bilder: Johannes Zierock, Schriftführer und Pressebeauftragter
12. Juni 2014