KAB: Familienausflug Burgtreswitz & Wieskirche - 20.07.2014

Ritter, Burgfräuleins, Wallfahrer und eine Drehorgel

Die KAB St. Konrad unternahm auf ihren jährlichen Familienausflug diesmal eine Reise durch Raum und Zeit.
Im späten 12. Jahrhundert wurde die von den 26 Erwachsenen und 8 Kindern besuchte Burg in Burgtreswitz ursprünglich errichtet. Bis in das Jahr 1809 hinein wurde die Region rund um Burgtreswitz von den dort angesiedeltem Pflegamt, ähnlich einem Landratsamt, aus verwaltet. Diese Pfleger kümmerten sich aber nicht nur im Namen ihrer Herrscher um die wirtschaftlichen Belange, sondern sprachen auch Recht über alle dort lebenden Untertanen. Bis hin zur Blutgerichtsbarkeit – zum Verhängen der Todesstrafe – sprachen die Pfleger in Burgtreswitz Recht in ihren Ländereien. Im dreißigjährigen Krieg wurde die ursprüngliche Burg von kaiserlichen Truppen nahezu vollständig zerstört und danach in Form einer Schlossanlage als neuer Amtssitz der Burgtreswitzer Pfleger wieder aufgebaut. Im Jahre 1809 wurde der Amtssitz allerdings nach Vohenstrauß verlegt, was einen Verkauf der Anlage an einen Brauereibesitzer zur Folge hatte. In den Folgejahren wurde das Schloss in Burgtreswitz als Brauerei benutzt. 1942 wurde das Schloss an die Berliner Familie Krüger verkauft, die dort bis Anfang der 1980er Jahre wohnten.
Vom Zahn der Zeit gezeichnet erwarb schließlich 1984 der Markt Moosbach das Burgtreswitzer Schloss für 9000 DM.
Der Markt Moosbach hat zwischenzeitlich 2,5 Millionen Euro, der Förderverein der Burgfreunde mehr als 30.000 Stunden Arbeitsleistung in den Erhalt der Burganlage investiert. Ein Ende der Arbeiten ist aber noch nicht in Sicht, da die über 400 ehrenamtlichen Helfer sich noch viel vorgenommen haben.

Nach dem Ausflug zurück bis in das Mittelalter machten die KAB´ler einen Stopp im 18. Jahrhundert. Im Jahre 1752 wurde die Wallfahrtskirche Wieskirche bei Moosbach eingeweiht. Sie steht in geistlichem Zusammenhang mit der noch berühmteren Wallfahrtskirche gleichen Namens in Steingaden in Oberbayern.
Pfarrer Most aus Moosbach erklärte den interessierten Zuhörern die spannende Geschichte dieses überregional bedeutenden Wallfahrtortes im Verlauf der Jahrhunderte. Er beschrieb viele Details der aufwendigen Innenausstattung der wunderschönen Barockkirche. Er erklärte persönliche Details der dargestellten Heilgen: Franz von Assisi, Ignatius, Franz Xaver, Ottilia und Klara. Im hinteren Bereich der Kirche sind noch einige Votivgaben geheilter und erhörter Gläubiger zu betrachten. Pfarrer Most trug den begeisterten Besuchern auch noch das Wallfahrtslied: Schönster Jesus auf der Wies, der so voller Gnaden ist … vor. Ein gemeinsam gesprochenes Vater Unser verabschiedete die KAB´ler von diesem beeindruckenden Ort gelebten Glaubens.
Zurück in der Neuzeit entspannten sich die Ausflügler in Moosbach im Cafe Eger. Bei Kaffee, Limo, Kuchen und Eis konnte jeder sich wohlfühlen und wieder zu Kräften kommen. Dort fand auch wieder das bereits obligatorische Wissenspreisrätsel statt, das diesmal Monika Grötsch gewann.
Eine große Überraschung zum Abschied waren die munteren Klänge einer Drehorgel, die im Cafe Eger als Genusshöhepunkt auf die Gäste wartet.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass auch dieser Ausflug von Herbert Ditz, Xaver Spies und seinen Helfern wieder perfekt organisiert worden war.



Text: Michael Träger Bilder: Bernhard Gröbner
25. Juli 2014