Frauenbund: Kirchweihfahrt zum Kloster Speinshart - 21.10.2014

Zu einem jährlich festen Termin im Oktober gehört für die Frauen des Kath. Frauenbundes die Kirchweihfahrt. Agnes Hartwig vom Vorstandsteam begrüßte diesmal 50 Frauen im Bus zur Fahrt zum Kloster Speinshart. Gestärkt mit Kaffee, Kirchweihkuchen und Kücheln im Kloster-Gasthof, machten sich die Frauen auf den Weg zum Rundgang durch das historische Klosterdorf Speinshart. Gästeführerin Barbara Müller erzählte in unterhaltsamer und informativer Weise zu Beginn der Führung die Sage über die Gründung des Klosters, die auf ein Gelübde Mitte des 12. Jahrhunderts zurückgeht. Das Klosterdorf erlebte seine erste private Besiedlung nach der Säkularisierung im Jahre 1803. Reste von Arkaden konnten am ehemaligen Wohnhaus des Kloster-Malermeisters besichtigt werden. An der Nordseite des Kleinen Klosterhofes lädt der neue Kloster-Gasthof, ehemals ein Brauhaus, zur Einkehr ein. Der Rundgang führte die Frauenbundfrauen weiter zum Großen Klosterhof mit seinen schön renovierten Fassaden und dem Nordtor, dem Eingangstor zum Dorf. Barbara Müller wies besonders auf das ehemalige Richterhaus hin, in dem Alois Tretter, der letzte Klosterrichter lebte und arbeitete. Zum Ende der Klosterdorfführung erfolgte die Besichtigung der Wieskapelle, 1747-1752 errichtet. Hier wurde nur das erhalten, was vorhanden war, denn 1803 wurde die Ausstattung der Kapelle verkauft und der Kirchenraum als Kuhstall und Scheune umfunktioniert. Im Sommer werden in der Wieskapelle Kunstausstellungen veranstaltet.

Zum Abschluss des interessanten Spaziergangs führte der Weg der Reisegruppe mit Frau Müller in die Klosterkirche. Staunend und beeindruckt zeigten sich die Besucherinnen über den festlichen Kirchenraum, prunkvoll ausgestattet im Stil des italienischen Hochbarock von den Brüdern Lucchese. Die Deckenbilder zeigen Szenen aus dem Leben des Ordensheiligen Norbert. Bereits 1145, so berichtete die Gästeführerin, gründete der Orden der Prämonstratenser das Kloster Speinshart.

Eine Zeit großer Blüte folgte bis zur Säkularisation im Jahre 1803, als die Klosterkirche zur Pfarrkirche von Speinshart wurde. 1921 kauften Prämonstratenser vom Stift Tepl in Böhmen die Klosteranlage vom Bayerischen Staat zurück. Heute bewohnen 9 Chorherren das Kloster Speinshart. Eine Vielzahl von kulturellen Veranstaltungen sowie regelmäßige Kirchenführungen laden zum Besuch des Klosters ein.

Im Gasthof Kahrmühle bei Pressath ließen die Frauen den gelungenen Nachmittag mit einem guten Kirchweih -Essen ausklingen.





Text + Bilder: Gaby Narozny
21. Oktober 2014