KAB: Der Vatikan - 14.11.2014

Wie funktioniert der Vatikan – mit Prof. Dr. Alfred Hierold

Der Vatikan steht regelmäßig im Mittelpunkt des Interesses vieler Menschen und der Medien, vor allem jetzt auch durch den neuen Papst Franziskus mit seiner erfrischenden auf Menschen zugehenden Art.

Aber was alles steckt hinter dem Papsttum? Wie funktioniert der Vatikan und wie ist er organisiert?
Um dies zu klären, hat die KAB St. Konrad, mit Prof. Dr. Alfred Hierold aus Bamberg einen Fachmann und Insider als Referenten in den Pfarrsaal eingeladen. KAB Vorsitzender Herbert Dietz begrüßte KAB-Mitglieder und Gäste (50), den Hausherrn, Stadtdekan Johannes Lukas und den ehemaligen Rektor der Bamberger Universität, der 1941 in Vohenstrauß geboren und in Saubersrieth bei Moosbach aufgewachsen ist. Hierold war zehn Jahre Mitglied der Bildungskongregation und dabei maßgeblich an Studienreformen beteiligt. Vier bis fünf Mal pro Jahr sei er dazu in Rom, logierte dort im Gästehaus Casa Santa
Marta, wo jetzt Papst Franziskus wohnt. „Die Leute sagen alle, Franziskus will dort schlicht leben und der Apostolische Palast sei ihm zu luxuriös – das ist Unsinn, nein, er ist ganz einfach ein kommunikativer Typ, sehr umgänglich und ist halt sehr gerne unter Menschen.

Hierold erklärte den Vatikanstaat, der 44 Hektar groß ist und den Papst als Souverän und Gesetzgeber hat.
Das zweite Subjekt im Vatikan und das weit wichtigere sei der Apostolische Stuhl besser bekannt als Heiliger Stuhl und die Leitung der katholischen Kirche. Er unterhält zu 180 Staaten diplomatische Beziehung und beinhaltet eine Vielzahl von Kongregationen, die „Ministerien“. Die wichtigste von 9 Kongregationen sei dabei die Glaubenskongregation, welcher Kardinal Gerhard-Ludwig Müller vorsteht.
Wenn z. B. ein Bischof Kummer macht, kommt er zur Kongregation für Bischöfe, deshalb sei Tebartz-van-Elst nicht zum Vergnügen in Rom gewesen, er musste dort einige Instanzen durchlaufen.
Die Kongregation für den Klerus bewilligt unter anderem Investitionen die über die Fünf-Millionen-Grenze gehen. Man spricht dabei von der sogenannten „Romgrenze“. Darauf Prof. Hierold: „Meine Sitzungen in der Kongregation für Bildungswesen waren immer am Wochenende, weil da waren die Flüge billiger“. Weiterhin erläuterte er den riesigen Apparat Vatikan, angefangen vom Päpstlichen Staatssekretariat über die Päpstlichen Kommissionen und Päpstlichen Räte bis hin zu den Kommissionen und Komitees, den Akademien, Hochschulen und den weiteren 12 Institutionen, wie z. B. Bibliothek, Geheimarchiv und
Presseamt.
„Dies alles zusammenzuhalten erfordert eine große Organisation. Papst Franziskus fordert deshalb eindringlich, dass dieser Apparat funktionieren muss. Weil hier aber Menschen arbeiten, werden logischer Weise auch weiterhin Fehler gemacht.“ Anschließend beantwortete Prof. Hierold noch Fragen der Besucher, wie:
„Welche Amtssprache gibt es (Lateinisch, Italienisch, Englisch und auch Deutsch) oder, wie finanziert sich der Vatikan (durch Firmenbeteiligungen, Museen, Spenden und Geschenken) und,
ist Papst Benedikt wirklich aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten (Ja).“
Pfarrer Lukas und Vorsitzender Ditz bedankten sich bei Prof. Hiero


Text und Bilder: Johannes Zierock, Schriftführer und Pressebeauftragter
15. November 2014