KAB: Besuch der Mevlana Moschee in der Frühlingsstr. Weiden - 16.06.2015

Vom Kirchturm zum Minarett

35 Mitglieder und Gäste der KAB St. Konrad – dabei vier Kinder – waren zu Besuch bei der türkischen Gemeinde Weiden in der Frühlingstraße. Schon an der Eingangstür zur grünen Mevlana Moschee wurden sie vom Imam Hüseyin Cetin (seit 2013 für fünf Jahre in Weiden) und seiner Übersetzerin Tugba Nizir herzlich in Empfang genommen. Beide stammen aus der Türkei und sind Muslime, sie gehören somit der zweitgrößten Weltreligion – dem Islam an. Nach dem Schuhe ausziehen im Vorraum betrat man den sonnendurchleuchteten Gebetsraum, dessen Wände durch grünblaue Fliesen und kunstvollen Bemalungen sowie durch einen leuchtroten Teppich erstrahlte. Den Blick nach oben gewandt fiel die weißblaue Kuppel mit den goldenen arabischen Koranversen und dem goldenen Leuchter sofort ins Auge. Bilder oder Statuen von Menschen oder Tieren gibt es nicht. An Feiertagen ist die Moschee mit etwa 350 Muslime befüllt.

Auf einem kleinen Kalender am Eingang stehen fünf vorgegebene Gebetszeiten, die sich täglich nach dem jeweiligen Sonnenstand richten und auch einzuhalten sind. Vorbeter Imam Hüseyin erklärte über seine Sprecherin die Einrichtung der Moschee mit Gebetsnische (nach Mekka gerichtet) der Kanzel für die Freitagspredigten und dem Vortragspult – auf das sich der Vorbeter vor oder nach dem Gebet hinsetzt, um Fragen der Gemeindemitglieder zu religiösen oder sozialen Themen zu beantworten. Imam Hüseyin erläuterte ausführlich, was es mit den täglichen Waschungen und Gebeten auf sich hat und wie sie einzuhalten sind. Er sagte: „Allah stellt uns mit dem Gebot zum Beten auf die Probe, er möchte wissen ob wir willensstark und ausdauernd sind.“ Beispielhaft betete für Anwesenden ein Morgengebet.

Die Beichte gibt es nicht, aber wer sündigt der wendet sich direkt an Gott, dazu brauch es keinen Mittler. Wer dann von Herzen bereut – also die Reue echt ist, kann auf Gotte Gnade hoffen. Danach lud er zu weiteren Fragestellungen ein. Wie finanziert sich er Unterhalt der Moschee? Wer muss und wieviel Spenden? Gibt es eine Kirchensteuer? Wie werden die Toten bestattet? Müssen alle Fasten oder gibt es Ausnahmen? Fragen über Fragen – und keine Antwort blieb versagt! Abschließend lud er alle zu weiteren Besuchen ein.

Vorsitzender Herbert Ditz bedankte sich bei den Gastgebern mit kleinen Geschenken für die tiefen Einblicke in das religiöse Leben der Muslime.





Text und Bilder: Johannes Zierock
22. Juni 2015